Wie bei den meisten Krebsarten sind auch beim Brustkrebs die eigentlichen Ursachen nicht bekannt. Man kennt jedoch einige Risikofaktoren. Die wichtigsten sind:
- Situationen mit hormonellem Ungleichgewicht bzw. Hormontherapie
- Rauchen
- falsche Ernährung
- Vererbung
- erhöhtes Körpergewicht
Auch ob und in welchem Alter Frauen Kinder bekommen, hat einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko, ebenso, ob und wie lange die Kinder gestillt wurde. Weitere Risikofaktoren finden Sie in unseren Checklisten (Anker). Sie geben Ihnen eine Orientierung, ob Ihr Brustkrebsrisiko durchschnittlich oder erhöht ist.
Besonders im Internet, mitunter aber auch in Zeitungen und Zeitschriften findet man Gerüchte, Brustkrebs werde auch durch zu enge BHs, Deos oder auch Schwangerschaftsabbrüche ausgelöst. Dabei handelt es sich aber um „Krebsmythen“ und diese Behauptungen entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.
Weibliche Hormone (Östrogen, Progesteron)
Die Zellen in der Brust haben sogenannte Rezeptoren, die Hormone (z. B. Östrogene) an sich binden können. So gelangen „Botschaften“, durch Hormone vermittelt, in die Zelle. Unter anderem wird so das Wachstum der Drüsenzellen in der Brust während der Pubertät oder der Schwangerschaft angeregt. Leider können Östrogene über diese Rezeptoren auch die Entstehung und Vermehrung mancher Krebszellen fördern. Das gilt ebenso für synthetische Hormone in der Antibabypille oder in Präparaten zur Hormontherapie in den Wechseljahren.
Wissenschaftliche Studien (v. a. mit älteren Antibabypillen) haben allerdings gezeigt, dass das Risiko nur leicht steigt, wenn man mit der Pille verhütet, und nach dem Absetzen wieder abfällt. Auf der anderen Seite reduziert die Antibabypille die Wahrscheinlichkeit, Eierstockkrebs oder Gebärmutterschleimkrebs zu bekommen.
Eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren lässt das Brustkrebsrisiko ansteigen, wenn sie länger als fünf Jahre durchgeführt wird. Wenn die Hormone abgesetzt werden, sinkt das Risiko aber innerhalb weniger Jahre wieder auf das durchschnittliche Niveau.
Rauchen: immer riskant
Neue Studien haben gezeigt: Wenn Mädchen schon im Teenageralter anfangen zu rauchen, steigt ihr Brustkrebsrisiko deutlich an. Raucherinnen jenseits der Wechseljahre erhöhen zwar offenbar nicht ihr Brustkrebsrisiko – doch die alarmierende Zunahme von Lungenkrebs bei Frauen sollte in jedem Alter ein Grund sein, lieber nicht zu rauchen.
Schmalz und Wurst: fettes Risiko
Übergewichtige bekommen häufiger Brustkrebs als schlanke Frauen. Denn im Fettgewebe werden Hormone gebildet, die den Östrogenspiegel ansteigen lassen. Doch auch das Fett im Essen spielt eine Rolle: Wer viel tierische Fette isst (wie fette Wurst und fettes Fleisch, Vollmilchprodukte, Butter, Schmalz), hat ebenfalls einen höheren Östrogenspiegel und damit ein etwas höheres Risiko. Das erklärt unter anderem die sehr viel geringere Brustkrebshäufigkeit in den asiatischen Ländern, in denen traditionell nur wenig tierische Fette gegessen werden. Durch die zunehmende Anpassung an westliche Gewohnheiten steigt jedoch mittlerweile auch in Asien des Brustkrebsrisiko.
Schwieriges Erbe: Gefahr aus den Genen?
Ihre Mutter hat mit 70 Brustkrebs bekommen und ein Onkel leidet an Prostatakrebs? So etwas kommt in vielen Familien vor und ist kein Grund, ein „Krebsgen“ in der Familie zu vermuten. Nur rund fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Wenn in einer Familie aber gehäuft Brust- und Eierstockkrebs auftreten, kann eine genetische Beratung mehr Klarheit bringen. Wenn sich der Verdacht auf eine erbliche Belastung erhärtet, ist auch ein Gentest in Erwägung zu ziehen. Auslöser für Brustkrebs können Veränderungen (Mutationen) am BRCA-1- und BRCA-2-Gen sein, es gibt aber auch noch andere „Brustkrebsgene“.